
Interview: Roland Hasler – 20 Jahre Lobos Informatik AG
Firmenjubiläum, Mitarbeiterzufriedenheit

Roli, herzliche Gratulation zu 20 Jahre Lobos – wie bist du vor 20 Jahren zu uns gestossen?
Da ich internationale ERP-Projekte leitete, erforderte mein damaliger Job viel Reisetätigkeit. Es war sehr schwierig, mein Familienleben mit dem Beruf zu vereinbaren. So begab ich mich auf Stellensuche. Einige meiner ehemaligen Arbeitskollegen arbeiteten bereits bei der Lobos Informatik AG. Das Unternehmen wirkte strukturierter als andere Unternehmen, was mir zusagte. Ich durfte gleich eine Anbieterpräsentation halten. Wir haben das Projekt gewonnen und den Kunden erfolgreich eingeführt. Die Anfangszeit war eine spannende, aber auch herausfordernde Phase. Wir arbeiteten an einigen Projekten parallel und entwickelten gleichzeitig die Grundsteine der heutigen Stahllösung.
Wie hat sich das Unternehmen in den letzten 20 Jahren verändert?
Früher war die Lobos Informatik AG familiärer. Heute sind wir ein mittelständisches Unternehmen. Die Strukturen sind nicht immer im gleichen Tempo mitgewachsen. Unsere Projekte sind anspruchsvoller geworden. Zum einen gibt es viel mehr Umsysteme und das ERP-System muss mittlerweile „Gedanken lesen können“. Die Userführung ist heute viel entscheidender und wir versuchen natürlich die Vorteile der Künstliche Intelligenz zur Verfügung zu stellen.
Was hat dich dazu motiviert, so lange im Unternehmen zu bleiben?
Das Team ist super! Die Arbeit ist vielseitig. Es gibt keine 08/15-Tätigkeit, die von 8 bis 17 Uhr durchgeführt wird. Man kann hier etwas bewegen, Kunden beraten, organisatorisch und strukturell arbeiten. Mir gefällt die Breite des Jobs – es gibt nicht nur einen „Garten“, sondern ein gesamtes Feld. Die Zusammenhänge zwischen den Bereichen sind wichtig für das Gelingen der Projekte. Das macht die Arbeit spannend. Ich bin sehr vielseitig interessiert. Früher habe ich noch entwickelt. Ich habe jedoch für enventa ERP, obwohl ich diese angefordert habe, nie eine Entwicklerlizenz erhalten. Ob dies zu meinem Schutze war, oder aus Angst vor meinen Programmierkenntnissen weiss ich bis heute nicht😊.
Welche Herausforderungen haben dich in den letzten 20 Jahren am meisten geprägt?
Das war ganz klar die Entwicklung und Weiterentwicklung des Stahlbereichs. Wir haben am Anfang eine Lösung verkauft, die wir erst entwickeln mussten.
Bei dir ist noch kein Projekt gescheitert – was ist dein Erfolgsgeheimnis?
Ich setze hohe Qualitätsstandards und lege viel Wert auf Offenheit und Ehrlichkeit, auch gegenüber Entscheidungsträgern. Mein Anspruch an mich selbst, die Software und mein Team ist hoch. Zudem hilft mir meine Erfahrung aus internationalen Grossprojekten. Loyalität, Teamgeist, analytisches Denken und eine strukturierte Vorgehensweise sind ebenfalls Schlüssel zum Erfolg. Ich finde es auch wichtig, dass ich zuhöre und die Bedürfnisse der Kunden erkenne. Jedoch gehört dazu auch das Aufzeigen der Grenzen.
Gibt es besondere Meilensteine oder Projekte, auf die du besonders stolz bist?
Jedes erfolgreich abgeschlossene Projekt hat für mich einen besonderen Stellenwert. Der Austausch und das Erfahrungswissen, das ich durch Projekte wie Pestalozzi oder FFG gesammelt habe, sind unbezahlbar. Alle eingeführten Systeme und deren Übergabe sind wie Puzzlestücke, die sich zu einem Gesamtbild formen.
Wie siehst du die Zukunft des Unternehmens und deine eigene Rolle darin?
Ich möchte weiterhin mein Wissen weitergeben, junge Kollegen und Kolleginnen unterstützen sowie Projekte erfolgreich umsetzen. Mein Ziel ist es, die Qualität der Software hochzuhalten und beratend sowie organisatorisch mitzuwirken. Bis zu meiner Pensionierung möchte ich einen guten Job machen und als zentrale Ansprechperson fungieren. Lobos entwickelt sich gut – mit er Gratwanderung zwischen enventa und neuen Softwareentwicklungen braucht es treibende Kräfte, die vorausgehen.
Wenn du noch einmal bei null anfangen könntest – würdest du alles gleich machen?
Ja, ich denke schon. Die Entwicklung war rasant, aber der Weg war richtig. Ob ich mich heute wieder genauso entscheiden würde, ist schwer zu sagen, aber insgesamt war es die richtige Wahl.
Gibt es noch ein Ziel oder ein Projekt, das du in der verbleibenden Zeit im Unternehmen unbedingt noch umsetzen möchtest?
Ich möchte meine laufenden Projekte gut abschliessen, insbesondere das Grossprojekt EHG und die letzten zwei Standorte in die Wartung übergeben. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Weitergabe meines Wissens und die Förderung der nachfolgenden Talente.
Was wurde nicht gefragt, das du noch ergänzen möchtest?
Die Kommunikation und der Humor dürfen nicht verloren gehen. Gerade in Zeiten von Online-Meetings ist es wichtig, sich nicht nur auf die Arbeit zu fokussieren, sondern auch den respektvollen Umgang und das gemeinsame Lachen zu bewahren.
Roland Hasler und Tanja Berger, Dübendorf im Februar 2025